Unter dem großen Glasdach von Les Halles de Lyon Paul Bocuse teilen die Weinhändler ihre Kunst, die Gewächse der Region mit den Schätzen der Stände zu vermählen. Folgen Sie dem Leitfaden.
In Les Halles de Lyon Paul Bocuse bleibt der Wein nie dem Zufall überlassen. In diesem Tempel der Gastronomie unter der Schirmherrschaft von Paul Bocuse achten die hauseigenen Weinhändler darauf, dass jede Flasche ihr Gericht findet und jedes Gericht seinen passenden Wein. Bei Nicolas wie auch im Weinkeller Fac & Spera von Michel Chapoutier verkauft man nicht nur Gewächse: Man gibt ein Können weiter, die Kunst, das Rhônetal, das Burgund und das Beaujolais mit den benachbarten Köstlichkeiten der Markthalle zu vereinen.
Der erste Rat lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Nähe. In einer von den Weingöttern gesegneten Region entstehen die schönsten Verbindungen oft nur wenige Kilometer entfernt. Ein frischer, fruchtiger Beaujolais-Villages begleitet vortrefflich den saucisson brioché oder die rosette de Lyon der charcutiers von Les Halles. Seine Lebendigkeit durchbricht die Fülle der Wurstwaren, ohne sie je zu erdrücken, in der reinsten Tradition des Lyoner mâchon.
Für die feineren Speisen treten die Weißweine in den Vordergrund. Eine mit Nantua-Sauce überzogene Hechtquenelle verlangt nach einem Mâcon oder einem weißen Beaujolais, dessen cremiger Chardonnay die Finesse des Flusskrebses umschmeichelt. Ein frischer weißer Côtes-du-Rhône begleitet die Austern- und Meeresfrüchteplatten der écaillers, während das Bresse-Geflügel in Rahmsauce einen zarten, seidigen Wein bevorzugt.
Dann folgt das große Finale: der Käse. Vor den gereiften Käseplatten des Hauses wissen die Weinhändler genau, wie viel Wagemut angebracht ist. Ein weicher Saint-Marcellin offenbart die blumige Süße eines Fleurie; ein kräftigerer Saint-Félicien verbindet sich mit einem strukturierten Juliénas. In Les Halles ist die perfekte Kombination nie in Stein gemeißelt: Sie ist ein Gespräch, das man mit dem Glas in der Hand führt, unter Genießern.
