Unter dem großen Schiff von Les Halles de Lyon Paul Bocuse kauft man nicht nur ein: Man setzt sich, man teilt, man genießt. Hier ist die Kunst der genussvollen Pause im Herzen des „Bauchs von Lyon".
Es hat etwas Unwiderstehliches, zur Mittagszeit die Türen von Les Halles de Lyon Paul Bocuse aufzustoßen. Auf 13 500 m², verteilt über mehrere Ebenen, erfüllen rund sechzig Häuser diese außergewöhnliche Markthalle mit Leben, vom Magazin Food & Wine zum drittbesten Markt der Welt gekürt, gleich hinter Bangkok und London. Doch hier schaut man nicht nur zu: Man lässt sich nieder, man bestellt, man kostet, ganz nah bei den Handwerkern.
Der Morgen gehört dem mâchon, jenem deftigen und geselligen Lyoner Frühstück, das von den Seidenwebern überliefert wurde. Feine Wurstwaren, ein Glas Beaujolais, eine fröhliche Tafel: Das ist das Ritual des Marktes, das der Stammgäste, die wissen, dass ein gutes Mahl früh beginnt. Mehrere Häuser von Les Halles pflegen diese großzügige Tradition schon in den ersten Stunden.
Am Mittag entfaltet sich das Schauspiel. Man lehnt sich an die Theke eines écailler für ein paar jodig-frische Austern und ein gekühltes Glas, man setzt sich in einen bouchon zu einem geschmorten Lyoner Rezept oder stellt sich seine eigene Platte an den Ständen zusammen: gereifte Käse von Mère Richard, erlesene Wurstwaren, gebratenes Geflügel aus Bresse. Jedes Haus erzählt von einem Können, jeder Bissen trägt eine Handschrift.
Darin liegt der ganze Zauber des Ortes, der Paul Bocuse so am Herzen lag, einem Kind dieser Hallen und ihrem Schirmherrn: Hier speist man wie nirgendwo sonst, umgeben von den Produkten, die die Lyoner Gastronomie ausmachen. Eine genussvolle Pause, ja, aber vor allem ein Augenblick des Vergnügens im warmen Rhythmus des Marktes. Stoßen Sie die Tür auf, lassen Sie sich verführen.
