Für einen Frühling lang kleidet sich der Bauch von Lyon in die Farben der Zärtlichkeit. Unter den Gewölben von Part-Dieu komponiert jedes Haus das genussvolle Geschenk, das besser als jedes Wort die ganze Zuneigung eines Kindes ausdrückt.
Es gibt Ehrerbietungen, die sich in einem Schaufenster ausdrücken. In Les Halles de Lyon Paul Bocuse, vom Magazin Food & Wine zum drittbesten Markt der Welt gekürt, öffnen Muttertag und Vatertag eine köstliche Klammer. Die Kinder, ob klein oder groß, schlendern von Stand zu Stand auf der Suche nach der richtigen Aufmerksamkeit: jener, die Mama mitten im Mai entzücken wird, und jener, die Papa wenige Wochen später erfreuen wird. In dieser 1859 entstandenen Markthalle, Erbin einer Tradition, über die das Andenken an Paul Bocuse wacht, wird das Schenken zur Kunst.
Für die Mütter entfalten die süßen Häuser ihren schönsten Schmuck. Bei Sève wird die Schokolade zum Schmuckkästchen, und die Entremets umarmen die Frische der Saison; bei Richart bilden Macarons und fein ziselierte Tafeln Pralinenschachteln, in denen jedes Quadrat eine Empfindung erzählt. Ein rosafarbenes Aufleuchten, eine Frühlingsfrüchtetarte, und schon ist der Familientisch festlich gedeckt.
Für die Väter spricht der Markt eine andere, kräftigere Sprache. Die Charcuterie Sibilia, Hüterin des Lyoner Könnens, reiht Rosettes und Jésus aneinander, die man ohne Zögern verschenkt; bei Mère Richard verlangt ein perfekt gereifter Saint-Marcellin nach einem großen Jahrgang, gewählt bei einem der Weinhändler des Marktes. Alles für eine königliche Platte, Komplizin der schönsten Tafeln.
Doch in Les Halles bleibt das schönste Geschenk bisweilen unstofflich: ein Feinschmeckerbesuch zu zweit, ein Geschenkgutschein, um gemeinsam durch die Gänge zu wandeln und Stand für Stand die Seele der Lyoner Küche zu kosten. Einen Augenblick statt eines Gegenstands schenken, eine Entdeckung statt eines Pakets teilen: das ist der Geist von Les Halles, wo der Genuss stets im Plural der Familie konjugiert wird.
