Von Collonges-au-Mont-d'Or bis zu den Gängen der Part-Dieu wacht Monsieur Paul noch immer über das Feinschmeckerherz von Lyon. Porträt der Legende, die unseren Halles ihren Namen gab.
Es gibt Namen, die wie ein Versprechen von Geschmack klingen. Der von Paul Bocuse, 1926 in Collonges-au-Mont-d'Or geboren, gehört zu dieser seltenen Familie. Als Erbe einer Kochlinie, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht, ausgebildet bei Eugénie Brazier und dann bei Fernand Point in La Pyramide, lernte er dort seine beiden Grundprinzipien: die Einfachheit und die absolute Beherrschung der Garmethoden. Aus dieser Lehrzeit ging der Koch hervor, der die französische Gastronomie an die Weltspitze führen sollte.
Die Auszeichnungen prägen eine außergewöhnliche Laufbahn. Sein erster Michelin-Stern 1958, der Titel Meilleur Ouvrier de France 1961, sein dritter Stern 1965: Die Auberge du Pont de Collonges sollte diese dreifache Krönung fünfundfünfzig Jahre lang behalten, ein absoluter Rekord. Als Papst der Gastronomie bezeichnet und zum Ritter der Ehrenlegion ernannt, gründete Monsieur Paul 1987 gemeinsam mit Albert Romain den Bocuse d'Or, der in Lyon zum renommiertesten Kochwettbewerb der Welt wurde.
Doch bevor er zur weltweiten Legende wurde, war Paul Bocuse ein treuer Kunde unserer Gänge. Hier, zwischen den Ständen, wählte er seine Käse bei der Mère Richard, seine Wurstwaren bei Colette Sibilia und seine Erzeugnisse bei den besten Häusern. Die Markthalle war seine Speisekammer, der Boden, in dem sein hoher Anspruch wurzelte.
2007, nach einer Renovierung, nahmen Les Halles de Lyon seinen Namen an. Eine gerechte und natürliche Hommage an den Mann, der die Feinschmeckerseele der Stadt verkörperte. Noch heute setzen unter den Gewölben der Part-Dieu rund sechzig Handwerker und Gastronomen den Geist von Monsieur Paul fort: die Leidenschaft für das gute Produkt, den Respekt vor dem Handwerk und jene Lyoner Großzügigkeit, die jeden Besuch zu einem Fest macht. Der Schirmherr wacht. Les Halles danken ihm, jeden Tag.
