Wenn der Dezember erstrahlt, werden Les Halles de Lyon Paul Bocuse zum Mittelpunkt der Feiertage. Ein Rundgang über einen Weihnachtsmarkt, an dem jeder Stand vom Fest erzählt.
Mit den ersten Kältetagen kommt der „Bauch von Lyon" in Bewegung. Unter den Gewölben von Les Halles de Lyon Paul Bocuse, dem drittbesten Markt der Welt, erfüllt sich die Luft mit Gewürzen, Trüffel und Meeresbrise. Über den Ständen funkeln Girlanden, und schon zur Öffnung erhebt sich ein fröhliches Stimmengewirr: Hier, in diesem von Paul Bocuse geförderten Tempel, wird die Partitur der Lyoner Feste komponiert.
Der Gourmet-Weihnachtsmarkt beginnt mit den Stars der Saison. An den Theken der écaillers reihen sich Austern fines de claire, spéciales und belons auf zerstoßenem Eis, bereit, die Festtagsplatten zu krönen. Die Geflügelhändler bieten das prestigeträchtige Geflügel aus der Bresse an, Kapaun, Poularde und Truthahn mit Maronen, während Langustinen und Jakobsmuscheln auf die Liebhaber von Meeresfrüchten warten.
Haus für Haus entfaltet sich das Fest im Handwerk. Die Charcuterie Sibilia und die Maison Bobosse, König der Andouillette, schmücken ihre Terrinen mit ihren schönsten Stücken. Die Foie gras hält Einzug bei den traiteurs, die Mère Richard verfeinert ihre Saint-Marcellin für die Käseplatten, während die Chocolatiers Sève und Bouillet Weihnachtsstämme, Pralinen und Ganaches aufreihen wie ebenso viele Versprechen.
Doch das wahre Geschenk ist die Atmosphäre. Die Lyoner stehen Schlange, Rat um Rat, in einem gemütlichen Ballett, bei dem man ein Glas verkostet, ein Rezept austauscht und mit vollen Armen davonzieht. In den Halles ist Weihnachten keine Kulisse: Es ist eine lebendige Tradition, weitergegeben von einem Stand zum nächsten, bei der Exzellenz in jedem Augenblick genossen wird.
