Im Herzen des Bauchs von Lyon entfalten die Obst- und Gemüsestände den Kalender der Jahreszeiten wie eine Partitur. Ein Schlemmer-Spaziergang, bei dem die Frische regiert.
Unter der großen Halle in der Rue Garibaldi, die 1971 eröffnet und nach Paul Bocuse benannt wurde, ist die Obst- und Gemüseabteilung gewiss die lebendigste von allen. Vor Kurzem vom Magazin Food & Wine hinter Bangkok und London zum drittbesten Markt der Welt gekürt, pflegen Les Halles de Lyon Paul Bocuse hier eine einfache Gewissheit: Nichts ist besser als ein Erzeugnis, das zur richtigen Reife geerntet wurde.
Bei den Gemüsehändlern der Halles bestimmt die Jahreszeit alles. Im Frühling geben der erste Spargel, die Erdbeeren und die Erbsen den Ton an; der Sommer entfaltet alte Tomatensorten, Aprikosen und sonnengereifte Pfirsiche; der Herbst bringt Kürbisse, Pilze und Trauben; der Winter beruhigt mit seinen Zitrusfrüchten, Lauchstangen und Wurzelgemüsen. Jeder Stand erzählt diesen lebendigen Kalender, im Takt der morgendlichen Lieferungen.
Traditionsreiche Häuser tragen diesen Anspruch. Aux 4 Saisons pflegt seine Anlieferungen das ganze Jahr über, während die neue Marke Terres Lyonnaises, Erbin des Geistes von Cerise et Potiron, auf kurze Lieferwege und auf die Erzeuger der Region Lyon setzt. Die Geste ist seit jeher dieselbe geblieben: auswählen, sortieren, beraten.
Vor diesen Farben zu schlendern bedeutet zu verstehen, warum sich Lyon Hauptstadt der Gastronomie nennt. Köchinnen und Köche kommen hierher wie die Familien, auf der Suche nach dem richtigen Gemüse und der perfekten Frucht. In Les Halles de Lyon Paul Bocuse ist das Beste der Jahreszeiten kein Versprechen: Es ist eine Gewohnheit, die sich jeden Morgen erneuert.
